Handelsplan und Orderraster

3 Min. Lesezeit

Grundlage jedes Bot-Laufs ist der Handelsplan. Er wird aus wenigen Parametern berechnet und legt fest, auf welchen Preisstufen welche Mengen gehandelt werden. Der Bot steigt also nicht mit einer einzigen Order ein, sondern baut seine Position schrittweise über einen festgelegten Preisbereich auf.

Einstieg und Handelsspanne

Der erste Orderpreis markiert den Beginn des Rasters. Die Handelsspanne (Trading Range) gibt in Prozent an, wie weit das Raster reicht: Bei einem Long-Bot liegt die letzte Order um diesen Prozentsatz unter dem ersten Orderpreis, bei einem Short-Bot darüber. Der Long-Bot kauft also bei fallenden Kursen nach, der Short-Bot verkauft bei steigenden Kursen nach.

Einstiegspreis und Handelsspanne
Bei 100 USDT Einstieg und 20 % Handelsspanne endet das Long-Raster bei 80 USDT, das Short-Raster bei 120 USDT.

Wie viele Orders entstehen

Die Anzahl der Orders wird nicht direkt eingestellt. Sie ergibt sich aus den Volumenparametern:

  1. Die erste Order erhält die eingestellte Menge der ersten Order.
  2. Jede weitere Order wächst nach dem gewählten Wachstumsmodell.
  3. Orders werden hinzugefügt, bis das Gesamtvolumen erreicht ist. Eine verbleibende Restmenge bildet die letzte Order.
  4. Alle Orders werden in gleichen Preisabständen zwischen erstem und letztem Orderpreis verteilt und auf die Preis- und Mengenschritte der Börse gerundet.

Ein höheres Gesamtvolumen oder ein schwächeres Wachstum ergibt mehr Preisstufen mit geringerem Abstand. Eine größere erste Order oder ein stärkeres Wachstum ergibt weniger Stufen mit größerem Abstand.

Geometrisches oder asymmetrisches Wachstum

  • Geometrisch: Jede Order ist ein Vielfaches der vorherigen. Bei einem Wachstumsfaktor von 150 % folgt auf 8 Einheiten 12, dann 18, dann 27. Das Volumen konzentriert sich stark auf die hinteren Preisstufen.
  • Asymmetrisch: Jede Order wächst um denselben festen Betrag – den Wachstumsfaktor bezogen auf die erste Order. Bei 50 % und einer ersten Order von 8 Einheiten kommen je Stufe 4 Einheiten hinzu: 8, 12, 16, 20. Das Volumen verteilt sich gleichmäßiger.
Geometrisches und asymmetrisches Volumenwachstum
Gleiche Startmenge, zwei Modelle: geometrisch jeweils das 1,5-Fache der vorherigen Order, asymmetrisch jeweils 4 Einheiten mehr.

Hedge-Orders im Raster

Ist eine Hedging-Quote eingestellt, ergänzt der Bot das Raster um Gegenorders. Auf jede Order der Hauptposition folgt eine Hedge-Order in Gegenrichtung. Ihre Menge entspricht der Hedging-Quote der vorherigen Hauptorder. Haupt- und Hedge-Orders wechseln sich dadurch im Raster ab und liegen in gleichen Abständen. Die letzte Hedge-Order gleicht Rundungen aus, sodass der Hedge insgesamt genau der eingestellten Quote entspricht.

Orderraster mit Hedge-Orders
Long-Beispiel: Kauforders (grün) und Hedge-Orders (rot) wechseln sich ab; jede Hedge-Order beträgt 25 % der vorherigen Kauforder.

Fällt bei einem Long-Bot der Kurs, werden abwechselnd Kauforders der Hauptposition und Verkaufsorders des Hedges ausgeführt. Bei vollständigem Aufbau mit 25 % Quote stehen 100 Einheiten Long 25 Einheiten Short gegenüber – netto bleiben 75 Einheiten Long.

Hedging-Quote und Nettoposition
Bei vollständigem Aufbau ergeben 100 Long und 25 Short eine Nettoposition von 75 Long.

Break-even und Bestände

Nach jeder ausgeführten Stufe führt der Handelsplan den Bestand der Hauptposition, den Hedge-Bestand und den Gesamtbestand. Daraus berechnet sich der Break-even-Preis (BeP): der Kurs, bei dem Haupt- und Hedge-Position zusammen ohne Gewinn oder Verlust wären, vor Gebühren und Finanzierungskosten.

Der Break-even verschiebt sich mit jeder weiteren Stufe. Er ist der Bezugspunkt für das dynamische Gewinnziel und für den Trailing Stop – mehr dazu unter Gewinnstrategie und Trailing Stop.

Beispiel aus dem Portfolio

Der AVAX-Hauptbot aus der Portfolio-Ansicht arbeitet mit diesen Einstellungen (Momentaufnahme vom 23.09.2026):

ParameterWert
HandelsrichtungLong
Erster Orderpreis12 USDT
Handelsspanne33,33 % – letzte Order bei 8 USDT
Gesamtvolumen500 AVAX
Erste Order8 AVAX
Wachstumasymmetrisch, 50 % (+4 AVAX je Stufe)
Hedging-Quote25 %

Daraus entsteht ein Raster mit Kauforders von 8, 12, 16 bis 60 AVAX und einer letzten Kauforder mit der Restmenge von 24 AVAX. Dazwischen liegen Hedge-Orders von 2, 3, 4 bis 15 AVAX; die letzte Hedge-Order ergänzt 6 AVAX. Alle Stufen liegen rund 0,14 USDT auseinander. Insgesamt sind 500 AVAX Long und 125 AVAX Short geplant – genau 25 %.

Handelsplan des AVAX-Hauptbots
Ausschnitt aus dem Handelsplan: ausgeführte Stufen mit Ausführungspreis, Beständen und Break-even; darunter die offenen Stufen.